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Nein zur «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative

  • gianlucablasucci
  • 5. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Die Sorgen vieler Menschen in unserem Land sind real. Wohnraum wird knapper, die Infrastruktur steht unter Druck, und auch die Zuwanderung beschäftigt viele. Diese Diskussionen darf man nicht einfach abtun. Wer Verantwortung übernehmen will, muss solche Sorgen ernst nehmen.


Gerade deshalb überzeugt mich die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative nicht.


Auf den ersten Blick wirkt sie einfach. Sie setzt eine klare Grenze und vermittelt damit den Eindruck, als lasse sich ein komplexes Thema mit einer einzigen Zahl lösen. Genau darin liegt für mich aber das Problem. Denn die Herausforderungen, vor denen die Schweiz steht, lassen sich nicht mit einer starren Grenze in der Verfassung bewältigen. Gute Politik funktioniert nicht mit einfachen Schlagworten, sondern mit Lösungen, die durchdacht, realistisch und tragfähig sind.


Die Initiative setzt auf Symbolik statt auf echte Steuerung. Sie gibt vor, Ordnung zu schaffen, verengt aber in Wirklichkeit den politischen Handlungsspielraum. Wer komplexe gesellschaftliche Entwicklungen auf eine einzige Zahl reduziert, macht die Realität nicht einfacher. Er blendet aus, dass es differenzierte Antworten braucht.


Besonders problematisch ist für mich, dass die Initiative neue Risiken schafft, statt bestehende Probleme sinnvoll anzugehen. Gerade in sensiblen Bereichen wie Sicherheit und Asylpolitik braucht es Stabilität, Verlässlichkeit und Lösungen, die funktionieren. Wer die Sorgen der Bevölkerung ernst nimmt, sollte nicht auf eine Vorlage setzen, die neue Unsicherheiten schafft.


Für mich ist deshalb klar: Die Sorgen sind berechtigt, aber diese Initiative ist das falsche Mittel. Sie klingt einfach, aber sie löst die eigentlichen Probleme nicht. Sie ersetzt konkrete Politik durch eine starre Zahl und verkauft eine scheinbar einfache Antwort auf Fragen, die in Wahrheit mehr Verantwortung und mehr Weitsicht verlangen.


Gerade wir junge Menschen sollten hier genau hinschauen. Wir werden mit den Folgen solcher Entscheide am längsten leben müssen. Wenn heute kurzsichtige und starre Regeln beschlossen werden, sind es unsere Generationen, die morgen mit den politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen umgehen müssen. Darum geht es bei dieser Abstimmung auch um die Frage, wie wir Zukunft gestalten wollen: mit Verantwortung und klugen Lösungen oder mit Symbolpolitik und einfachen Parolen.


Ich wünsche mir eine Politik, die Probleme ernst nimmt, ohne falsche Versprechen zu machen. Eine Politik, die Herausforderungen nicht vereinfacht, sondern sie wirksam angeht. Und eine Politik, die auch an jene denkt, die mit den Folgen am längsten leben werden.


Darum sage ich Nein zur «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative.



 
 
 

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